„Young Entrepreneurship in Istanbul and Berlin“ war das Motto der deutsch-türkischen Konferenz, die am 13.05.2016 in Berlin stattfand. Die modernen Räumlichkeiten des türkischen Kulturzentrums „Yunus-Emre-Enstitüsü“ in der historischen Berliner Kronenstraße und der freundliche Empfang durch seinen Institutsleiter, Herrn Prof. Faruk Akyol, gaben den wunderbaren Rahmen für das Treffen von Startups, jungen Unternehmern, sowie Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft aus Istanbul und Berlin.

Über fünfzig Gäste, Teilnehmer und Vortragende, trafen sich an diesem sommerlich warmen Freitagnachmittag, um über die Aktivitäten, Methoden und Zielsetzungen der universitären Gründerzentren der Technische Universitäten in Istanbul und Berlin viel zu erfahren und über Möglichkeiten der Zusammenarbeit zu diskutieren.

Nach der Begrüßung durch den Schirmherrn der Konferenz, dem Türkischen Vizekonsul in Berlin, Herrn Süleyman Güzel, und einem kleinen Exkurs durch Herrn Prof. Akyol in die Türkische Kulturgeschichte und das Wirken und Schaffen von Yunus Emre im 13. Jahrhundert, wurde umgehend in medias res gegangen.

Herr Prof. Faltin, Gründer und Leiter der Stiftung Entrepreneurship, Autor des Bestsellers „Kopf schlägt Kapital“ und Professor an der Freien Universität Berlin, eröffnete mit seinem Leitvortag „The Art and Science of Entrepreneurship“ den fachlichen Teil der Konferenz. Dabei setzte er mit neuen Paradigmen einen bewussten Kontrapunkt zu klassischen Gründungsmethoden! Wirkliche Unternehmer zeichnen sich demnach durch ihr Gespür und ihre Kreativität für neue Ideen aus und müssen deshalb eher „Trüffelschweine“ (truffle-pigs) sein, als Geschäftsführer und Administratoren. Zudem halten sie nicht dogmatisch am „do-it-yourself!“ fest, sondern setzen von Anfang an auf modulare Partnerkonzepte (Komponentendenken). Ideen entwickeln und umsetzen, anstatt Business und Finanzierungspläne zu diskutieren, sind sein Credo.

Dem hingegen beschrieb Frau Prof. Dr. Schieferdecker, Leiterin des Fraunhofer Instituts für offene Kommunikation FOKUS mit ihrem Vortrag „SpinOffs by Fraunhofer FOKUS” die Entstehung von technologiegetriebenen Startups aus der Forschung und Grundlagenentwicklung. Die Success-Story ihres Instituts ist, zum Teil langjährig entwickelte Konzepte und Methoden der Kommunikations- und Datentechnik durch Ausgründungen zu eigenständigen Unternehmen weiterzuentwickeln, die dann zu erfolgreichen Tech-Unternehmen wachsen und sich am Markt etablieren können. Die große Anzahl erfolgreicher Spin-offs in den vergangenen Jahren bestätigt dieses Konzept im High-Tech-Bereich.

Frau Dr. Zeynep Erden-Beyazıt, stellvertretende Direktorin des ITU Ginova Center for Entrepreneurship and Innovation an der Technischen Universität Istanbul gab dann mit ihrem Vortrag „Research University Centered Entrepreneurship Ecosystem: ITU Experience“ einen beeindruckenden Einblick in die Aktivitäten und Angebote des Ginova-Zentrums für Studierende und Absolventen, die Startups gründen wollen. Umfassende Trainings-, Workshop- und Mentoring-Programme sollen ermutigen, den Schritt in die Selbständigkeit zu wagen und dem eigenen Unternehmergeist und der Kreativität eine Chance zu geben.

Wie erfolgreich die Ginova-Arbeit am ITU-Campus wirkt, zeigte dann der Bericht von Herrn. Dr. Ercan Çitil, Direktor des Technologie-Transfer-Office ITÜNOVA der TU-Istanbul. Mit einer Auswahl von 11 Startups aus dem Bereich Energie & Umwelt, von über 200 bei ITÜNOVA betreuten Unternehmen, legte er ein eindrucksvolles Zeugnis für den Erfolg des Konzeptes ab. Die vorgestellten Unternehmen sind alle transfer-bereit, d.h. marktreif und kooperationsfähig, und bieten durchgehend diversifizierte Produkt-Portfolios und Roadmaps an, was den hohen Reifegrad und die Fähigkeit zum Wachstum belegt.

Semih Acanal und Klaus Krause, Gründer und Geschäftsführer der Genba Consulting GmbH, führten durch das Programm. Als Alumnis der TU-Istanbul bzw. der TU-Berlin liegt ihnen besonders am Entrepreneurship-Brückenschlag zwischen Bosporus und Spree, weshalb sie auch die Initiative ergriffen und diese Konferenz organisiert haben.

Zum Programm gehörten u.a. auch ein Treffen mit Herrn Prof. Kratzer, Leiter des Fachgebietes für Entrepreneurship und Innovationsmanagement der TU Berlin und ein Besuch des Climate-KIC am Euref-Campus in Berlin-Schöneberg.

Bei diesen Besuchen, sowie in den Frage- & Antwort-Abschnitten der Konferenz und in den vielen persönlichen Gesprächen haben sich bereits viele, vielversprechende Ansätze für den bilateralen Austausch und Kooperationen ergeben.

Durch die hervorragende Vorbereitung und die aktive Teilnahme aller Gäste und Vortragenden, ist es gelungen, einen soliden Pfeiler für den beabsichtigten Brückenschlag zu bauen und man kann nun optimistisch auf den Ausbau der Zusammenarbeit schauen. Dies deutete sich bereits eine Woche später bei der offiziellen Eröffnung der Berliner Wirtschaftsrepräsentanz am 18. Mai in Istanbul an, zu der sich bereits viele Vertreter auch anderer Istanbuler Universitäten eingefunden hatten. Semih Acanal und Klaus Krause informierten die Gäste und die Presse über die eingeleiteten und geplanten Aktivitäten zwischen den beiden Ländern.

Genba Consulting möchte sich also an dieser Stelle bei allen Gästen und Vortragenden ganz herzlich für die Teilnahme und das große Engagement an unserer Konferenz „Young Entrepreneurship in Istanbul and Berlin“ an diesem sommerlich heißen Freitag, dem 13. Mai 2016, bedanken.